14. Dezember 2009
Die BaZ füllt ihre Spalten heute wieder mal ausgiebig mit Bildungsthemen:
Bemerkung am Rande: Leider betreibt die BaZ in ihren bildungspolitischen Artikeln häufig nur Schaumschlägerei – Lösungsansätze werden kaum je präsentiert. Der heutige Tageskommentar verdient diesen Namen m.E. gar nicht: Es wird lediglich festgehalten, was alles nicht sein dürfe, dass die Harmonisierung schwierig sei und dass man erst am Anfang stehe; eigene Vorstellungen des Journalisten zu den beiden Themen sind kaum erkennbar.
Nach allem, was bereits aus der Vorlage für einen Bildungsraum Nordwestschweiz gekippt worden ist, kann man dieses Projekt als solches getrost begraben. Die Kantone Solothurn und Aargau sind als Ganzes zu wenig auf die Region Basel ausgerichtet, dass ein echtes Interesse an einer Harmonisierung der Schulsysteme besteht. Schliesslich sind weite Teile unserer südlichen Nachbarkantone nicht auf Basel, sondern auf Zürich und Bern ausgerichtet. Stattdessen ist die Harmonisierung zwischen den beiden Basel voranzutreiben; gleichzeitig ist darauf zu achten, dass die Bildungslandschaft für die Solothurner und Aargauer Bezirke nördlich des Juras möglichst offen bleibt.
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Verfasst von Markus Eigenmann
7. November 2009
Eine Angleichung der unterschiedlichen kantonalen Schulsysteme in der Schweiz ist überfällig. Während die HarmoS-Vorlage aufgrund von z.T. irrationalen Argumenten einen schweren Stand hat, scheint die Ausgangslage für den geplanten gemeinsamen Lehrplan in der Deutschschweiz unter einem besseren Stern zu stehen. Gestern wurde bekanntgegeben, dass sämtliche kantonalen Bildungsdirektoren das Projekt befürworten und dass auch die Lehrerschaft bei der Ausarbeitung des neuen Lehrplans aktiv mitwirken will. In Kraft treten wird der neue Lehrplan frühestens 2014.
-> Was Schüler der Deutschschweiz künftig lernen werden (NZZ vom 06.11.2009)
-> Medienmitteilung der Erziehungsdirektoren-Konferenzen vom 05.11.2009

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Verfasst von Markus Eigenmann
10. Oktober 2009
Die NZZaS vom vergangenen Sonntag hat nach den Gründen für die aktuellen Schwierigkeiten mit den Schulreformen in der Schweiz gesucht (-> Schule in der Sackgasse) und kommt zum Schluss:
“Dass sich die Volksschule stetig weiterentwickeln muss, ist keine Frage. Das geht nur über die öffentliche Diskussion der Werte, die unsere Schule prägen sollen. Die Gefahr für die Schulentwicklung sind nicht die Gegner, sondern die Technokraten, die durch die Planung im Hinterzimmer das Vertrauen in die Reformvorhaben verspielen.”
Im selben Artikel wird die Präsidentin der Konferenz der Erziehungsdirektoren zitiert:
“Wer eine Schule verändern will, muss zuerst das Vertrauen aller Beteiligten gewinnen.”
Auch auf lokaler Ebene gilt: Sollen breite Kreise Vertrauen in unsere Schulen haben und Veränderungen aufgeschlossen gegenüberstehen, bedarf es einer öffentlichen Diskussion. Dies ist einer der Gründe, warum wir immer wieder die Wichtigkeit von pro-aktiver Kommunikation durch unsere Schulbehörden, Schulleitungen und Lehrpersonen betonen.
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Verfasst von Markus Eigenmann
23. August 2009
Die gestrige NZZ blickt in einem Editorial unter dem Titel “Wie viel Harmonie erträgt die Schule?” zurück auf die schulpolitischen Diskussionen und Ereignisse der letzten Monate. Unter anderem fragt sich der Autor, warum die Stimmenden sich 2006 so klar für mehr Koordination zwischen den kantonalen Schulsystemen ausgesprochen haben:
“Was aber genau erhofften sie sich? Wohl schlicht, dass bei einem Umzug die Kinder an der neuen Schule im anderen Kanton leicht Anschluss finden.”
Dieser Punkt sollten wir bei der landesweiten Diskussion über HarmoS wieder vermehrt in den Vordergrund rücken.
Sowohl bei der Ausarbeitung des neuen Lehrplans für die Deutschschweiz (“Lehrplan 21“) als auch bei den anderen laufenden Bildungsreformen plädiert Herr Hagenbüchle für Zurückhaltung und Augenmass. Und schliesslich relativiert er, meiner Meinung nach zu Recht, die Bedeutung von Strukturen und Schulinhalten:
“Nicht der Stoff, sondern die Art seiner Vermittlung und die Gefühlskraft des Lehrers sind es, die ein Schülerleben prägen.”
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Verfasst von Markus Eigenmann
5. Mai 2009
Die BaZ hat uns gestern und heute (Artikel leider nicht online verfügbar) die bereits vor ein paar Wochen ausgebreitete Kontroverse um die Basisstufe in leicht umgeschriebener Form aufgetischt. Die Berichte über Gespräche mit Michael Winterhoff (contra) und Remo Largo (pro) beinhalten wenig Neues. Interessanter als aufgewärmte Expertendiskussionen wäre meines Erachtens eine Diskussion über die mögliche praktische Umsetzung einer Basisstufe in unserer Region. Mir stellen sich insbesondere folgende Fragen:
- Wäre eine Basisstufe denkbar, welche die dezentralen Kindergartenstandorte weiternutzt?
- Benötigt die Basisstufe unter dem Strich wirklich mehr Personal? Die individuellere Förderung der Kinder müsste ja dazu führen, dass viele spezielle Unterrichtsformen im Rahmen der neuen Basisstufe integriert werden. Dadurch würden Lehrpersonen, welche heute Einführungsklassen und spezielle Förderkurse unterrichten, für die Basisstufe zur Verfügung stehen.
- Was wären die finanziellen Folgen einer Einführung für die Gemeinde Arlesheim?
- Wie sind die Erfahrungen mit Kindern, welche die Basisstufe schneller durchlaufen? Ist die auf die Basisstufe folgende Schulstufe in der Lage, Klassen mit stärkerer Altersdurchmischung als heute aufzunehmen? Werden Kinder, welche wesentlich jünger sind als ihre Klassenkameraden, später nicht auf der sozialen Ebene überfordert?
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Verfasst von Markus Eigenmann
24. April 2009
Über das bereits vorgestellte Projekt des Kantons Jura zieht die NZZ eine Zwischenbilanz: “Des Juras nur zum Teil erwiderte Liebe zu Basel”. Eigentlich schade, dass die Aktion noch nicht auf mehr Interesse stösst.
Nach den Impressionen aus der gefährlichsten Schule von Los Angeles erhalten wir einen weiteren Einblick ins Schulsystem Kaliforniens: “Kaliforniens Schulen unter hartem Spardruck”. Im Vergleich dazu haben wir bei uns in Baselland bei der Finanzierung der Schulen geradezu stabile und einfache Verhältnisse.
In der NZZ-Beilage “Bildung und Erziehung” vom 22.04.2009 (leider nicht online verfügbar) finden sich interessante Gedanken zur Lehrmittelpolitik, zu Vor- und Nachteilen von zentralen Leistungstests, zum unterschiedlichen Vertrauen in Gymnasial- und Volksschullehrkräfte, zur Bedeutung des Lehrplans als Auftrag an Schule und Lehrpersonen, zu HarmoS und dem Lehrplan 21, zur Steuerung des Unterrichts durch Lehrmittel. Dabei werden von den Autoren der Beiträge auch sehr unterschiedliche Meinungen zu einem in der Öffentlichkeit wenig diskutierten Thema vertreten.
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Verfasst von Markus Eigenmann
16. März 2009

… die angekündigte Kontroverse um die Einführung der Basisstufe. Zwar hat der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland noch nicht über die Ergebnisse seiner kürzlich hinter verschlossenen Türen durchgeführten Mitgliederversammlung informiert, die BaZ hat heute dennoch das Thema an prominenter Stelle behandelt, was prompt zu einer geharnischten Reaktion der LVB-Präsidentin geführt hat.
Inhaltlich geht es letztendlich um die Grundsatzfrage, ob wir an den Erfolg einer individualisierten Unterrichtsform glauben oder nicht.
Persönliches Fazit nach der kürzlichen Lektüre von Remo Largos lesenswertem Buch “Schülerjahre” und den Stellungnahmen des LVB: Die Aussagen der Präsidentin des Lehrervereins überzeugen mich immer weniger. Ich bin gespannt, ob wir von diesem Berufsverband wieder einmal etwas Konstruktives hören. Mit der ständigen Klagerhetorik erweist er dem Ansehen des Lehrerberufs in der Öffentlichkeit einen Bärendienst.
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Verfasst von Markus Eigenmann
28. Januar 2009
Die Erziehungsdirektoren der Deutschschweizer Kantone arbeiten daran, die heutigen Lehrpläne für die Volksschule bis 2012 zu harmonisieren (“Lehrplan 21″, siehe auch hier). Dies soll Wohnungswechsel von Lehrpersonen und Familien künftig erleichtern. Man ist optimistisch, das Vorhaben umsetzen zu können, auch wenn die Skepsis gegenüber HarmoS anhalten und die ambitioniertere Vorlage scheitern sollte.
Bei aller Sympathie für unseren föderalistischen Staatsaufbau: Wenn ich mit vorstelle, wieviele Ämter und Direktionen sich nun mit der Vereinheitlichung von 21 Lösungen beschäftigen, dann frage ich mich, ob die Bildungshoheit der Kantone noch zweckmässig und zeitgemäss ist.
Lesenswert ist ein kürzlich in der NZZ-Beilage “Bildung und Erziehung” erschienener Artikel von Roger Friedrich: Wollen wir die standardisierte Schule? Er kritisiert das bescheidene Niveau und die vorherrschende Polemik bei Schuldebatten in der Schweiz sowie die Reformhektik unserer “aufblähenden Bildungsbürokratie”. Auch als HarmoS-Befürworter musste ich dem Autor bei der Lektüre des Artikels in vielen Punkten zustimmen.
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Verfasst von Markus Eigenmann