Keine Katze im Sack

15. November 2009

In den Schulrat soll eine Person gewählt werden, die dieses Amt gewissenhaft ausübt und dazu beiträgt, dass sich die Schule positiv entwickelt. Welcher Partei diese Person angehört, ist zweitrangig. Zu wissen, wo sich der künftige Schulrat in der Schulpolitik positioniert, hat aber Vorteile. Wer will schon die Katze im Sack wählen?

Markus Eigenmann, FDP, ist der bürgerliche Kandidat und wird von der CVP und der SVP unterstützt. Er sagt klar, wofür er sich im Schulrat einsetzen will: eine Schule, die auf das Leben vorbereitet, Mitarbeit der Eltern und der Schüler bei der (systematischen) Qualitätsentwicklung, offene Kommunikation der Schule und Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Schule und Wirtschaft.

Nebst diesen unterstützungswürdigen Anliegen schätze ich besonders, dass sich Markus Eigenmann realistische Ziele setzt. Dies bezeugt, dass er sich gründlich mit seiner künftigen Aufgabe auseinander gesetzt hat.

Als Vater von 4 Kindern und Geschäftsführer eines Basler Industrieunternehmens vertritt er nicht nur uns Eltern qualifiziert, sondern er bringt auch Fähigkeiten wie analytisches Denken und gewissenhaftes Arbeiten mit. Wichtig ist mir auch, dass er den Zeitaufwand für dieses Amt realistisch einschätzt und bereit ist, diese Zeit zu investieren. Damit unsere Schule die beste wird für unsere Kinder.


Schule und Wirtschaft vernetzen

12. November 2009

Wappen_ArlesheimBraucht es besondere Kontakte zwischen Schule und Wirtschaft? Sind das nicht zwei in sich geschlossene Welten mit einer klar definierten Schnittstelle?

Ich bin überzeugt, dass es vorteilhaft wäre, den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Schule und Wirtschaft zu intensivieren; beide Seiten könnten davon profitieren. Insbesondere Lehrbetriebe müssen eine klare Vorstellung davon haben, was ihre Lernenden aus der Schulzeit mitbringen. Dass viele Branchen für die Selektion ihrer künftigen Lernenden eigene „Aufnahmeprüfungen“ veranstalten, ist nicht unbedingt eine positive Entwicklung. Bei der Rekrutierung von Mitarbeitenden ist es wichtig, über die heute aktuellen Ausbildungswege im Bild zu sein; viele Berufsausbildungen und Schulabschlüsse haben sich in den letzten Jahren verändert.

Auch für unsere Schulen könnten vermehrte Kontakte mit Unternehmen  von Vorteil sein. Einerseits ist es für die Berufswahl wichtig, dass Schülerinnen und Schüler eine aktuelle Vorstellung der in Frage kommenden Berufe haben. Andererseits wandeln sich die Anforderungen in unserer Arbeitswelt über die Jahre: solche Trends sollten Lehrpersonen und Schulbehörden erkennen und daraus die richtigen Schlüsse für den Schulbetrieb ziehen können. Schliesslich glaube ich, dass im Bereich der Qualitätsentwicklung an unseren Schulen das Rad nicht komplett neu erfunden werden muss – doch dazu mehr in einer Woche.

Markus Eigenmann, Kandidat für den Schulrat Arlesheim


Gute Ausgangslage für den Lehrplan 21

7. November 2009

Eine Angleichung der unterschiedlichen kantonalen Schulsysteme in der Schweiz ist überfällig. Während die HarmoS-Vorlage aufgrund von z.T. irrationalen Argumenten einen schweren Stand hat, scheint die Ausgangslage für den geplanten gemeinsamen Lehrplan in der Deutschschweiz unter einem besseren Stern zu stehen. Gestern wurde bekanntgegeben, dass sämtliche kantonalen Bildungsdirektoren das Projekt befürworten und dass auch die Lehrerschaft bei der Ausarbeitung des neuen Lehrplans aktiv mitwirken will. In Kraft treten wird der neue Lehrplan frühestens 2014.

-> Was Schüler der Deutschschweiz künftig lernen werden (NZZ vom 06.11.2009)
-> Medienmitteilung der Erziehungsdirektoren-Konferenzen vom 05.11.2009

Lehrplan 21


Die beste Schule für unsere Kinder

4. November 2009

Wappen_ArlesheimWir alle wollen die beste Schule für unsere Kinder. Doch was heisst das genau?

Drei Aspekte stehen für mich im Vordergrund: In der Schule sollen sich unsere Kinder und Jugendlichen möglichst viele Kompetenzen aneignen können, welche dazu beitragen, dass sie sich in ihrem späteren Leben mit Freude und Befriedigung behaupten können. Dabei steht nicht in erster Linie ein möglichst umfangreiches Fachwissen im Vordergrund. Zweitens soll es an der Schule Spass machen, zu lernen und zu unterrichten, auch wenn es sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für Lehrpersonen immer wieder schwierige Situationen geben kann. Ein gutes Arbeitsklima ist eine Grundvoraussetzung für den Lernerfolg. Schliesslich sollen unsere Schulen anstehende Veränderungen – und davon gibt es derzeit bekanntlich viele – nicht primär als Bedrohung wahrnehmen, sondern als Chance zur stetigen Verbesserung.

Ich bin überzeugt, dass der Schulrat zu allen drei Punkten wichtige Beiträge leisten kann, wenn auch nicht überall im gleichen Ausmass. Als Mitglied des Schulrats möchte ich meine Ideen und Vorstellungen dazu gerne einbringen. Ich danke Ihnen für Ihre Stimme bei der bevorstehenden Ersatzwahl!

Markus Eigenmann, Kandidat für den Schulrat Arlesheim


Chaos in der Bildungslandschaft

23. Oktober 2009

logo_blBaselland verschiebt die geplante Einführung des neuen Sprachenkonzepts mit Französischunterricht ab der 3. Klasse und Englischunterricht ab der 5. Klasse auf unbestimmte Zeit – aus Spargründen:

-> Medienmitteilung vom 22.10.2009 (wurde entfernt)
-> Kein Geld für Frühfranzösisch (BaZ vom 23.10.2009)

Wie immer ertönt nun der Ruf, man möge um Himmelswillen nicht bei der Bildung sparen. In der Sache aber muss auch gesagt werden, dass eine positive Wirkung eines früheren Beginns des Sprachenunterrichts auf die späteren Fremdsprachenkenntnisse der Schülerinnen und Schüler bisher nicht nachgewiesen werden konnte und höchst umstritten ist. Und vielleicht hat es auch Vorteile, wenn unseren Schulen eine der zahlreichen laufenden Reformen vorerst erspart bleibt.

Nicht akzeptabel ist hingegen, dass es die Kantone BS und BL einmal mehr nicht fertig bringen, Ihre Schulsysteme anzugleichen. Es wäre jammerschade, wenn dies- und jenseits der Kantonsgrenze ein unterschiedliches Sprachenkonzept an der Primarschule umgesetzt würde. Dies würde die Mobilität von Familien unnötig erschweren.


Schwerpunkte im Schulrat

21. Oktober 2009

Wappen_ArlesheimDie sieben Aufgaben unseres Schulrats sind im Bildungsgesetz des Kantons Basel-Landschaft abschliessend beschrieben: Er ist zuständig für die Anstellung der Schulleitungen, für die unbefristete Anstellung von Lehrerinnen und Lehrern, für die Festlegung der Anzahl der sogenannten Joker-Tage (Absenzen ohne Angabe von Gründen), ferner ist der Schulrat Beschwerdeinstanz bei Entscheiden der Schulleitungen.  Der Schulrat genehmigt das sogenannte Schulprogramm und gewährleistet im Rahmen der Qualitätsentwicklung die Durchführung der internen Evaluation sowie die Umsetzung der entsprechenden Ergebnisse. Schliesslich ist der Schulrat eine Art Kommunikationsdrehscheibe: Er soll einerseits die Anliegen der Eltern und der Gemeinde in die Schule einbringen und andererseits die Anliegen der Schule gegenüber der Gemeinde und der Öffentlichkeit vermitteln.

Daraus ergeben sich auch Bereiche, die nicht in den Kompetenzbereich des Schulrats fallen – auf den Lehrplan beispielsweise kann er keinen direkten Einfluss nehmen, und auch für die schulergänzende Tagesbetreuung ist heute nicht der Schulrat zuständig.

Als Vater von vier Kindern steht für mich die stetige Verbesserung unserer Schulen im Vordergrund; als Einwohner wünsche ich mir ein professionelleres Auftreten unserer Schulbeteiligten in der Öffentlichkeit. Für beide Anliegen würde ich mich – mit Ihrer Unterstützung – gerne im Schulrat Arlesheim einsetzen.

Markus Eigenmann, Kandidat für den Schulrat Arlesheim am 29.11.2009


Werbung für unsere Staatsschulen?

18. Oktober 2009

In einer gestrigen Tageszeitung wirbt eine Privatschule in einem halbseitigen Inserat mit den folgenden Sätzen:

“Im Zentrum der Schule steht Ihr Kind mit seinen Fähigkeiten und Begabungen sowie seiner Freude am Lernen. Unsere individuelle Förderung bezieht die Interessen und das Lerntempo Ihres Kindes in den Unterricht mit ein. Ihr Kind arbeitet an eigenen Projekten und lernt dadurch, sich eigene Ziele zu setzen und zu verfolgen.”

“Die individuellen Begabungen und die Entwicklung eines positiven Selbstkonzepts werden gezielt gefördert. Denn eigene Stärken und ein gesundes Selbstbewusstsein unterstützen Ihr Kind auf seinem weiteren erfolgreichen Lebensweg.”

“Der Unterricht findet abwechselnd jeweils eine Woche in englischer und dann eine Woche in deutscher Sprache statt. … Alle Sprachen werden ausschliesslich von muttersprachlichen Lehrpersonen unterrichtet.”

Privatschulen stehen im Wettbewerb und sind dazu gezwungen, sich öffentlich zu positionieren. Wie die Realität an der zitierten Schule aussieht, kann ich nicht beurteilen. Da ich aber weiss, dass in vielen Klassen unserer öffentlichen Schulen engagierte Lehrpersonen nach ebenso guten Grundsätzen unterrichten, würde den Staatsschulen ein klein wenig Eigenwerbung und öffentliche Positionierung ebenfalls gut anstehen.


Schulreformen und Kommunikation

10. Oktober 2009

NZZ am SonntagDie NZZaS vom vergangenen Sonntag hat nach den Gründen für die aktuellen Schwierigkeiten mit den Schulreformen in der Schweiz gesucht (-> Schule in der Sackgasse) und kommt zum Schluss:

“Dass sich die Volksschule stetig weiterentwickeln muss, ist keine Frage. Das geht nur über die öffentliche Diskussion der Werte, die unsere Schule prägen sollen. Die Gefahr für die Schulentwicklung sind nicht die Gegner, sondern die Technokraten, die durch die Planung im Hinterzimmer das Vertrauen in die Reformvorhaben verspielen.”

Im selben Artikel wird die Präsidentin der Konferenz der Erziehungsdirektoren zitiert:

“Wer eine Schule verändern will, muss zuerst das Vertrauen aller Beteiligten gewinnen.”

Auch auf lokaler Ebene gilt: Sollen breite Kreise Vertrauen in unsere Schulen haben und Veränderungen aufgeschlossen gegenüberstehen, bedarf es einer öffentlichen Diskussion. Dies ist einer der Gründe, warum wir immer wieder die Wichtigkeit von pro-aktiver Kommunikation durch unsere Schulbehörden, Schulleitungen und Lehrpersonen betonen.


Aus für die Berufslehre?

1. September 2009

Mit einem Knüller versieht der “Verbund Akademien der Wissenschaften Schweiz” sein 40-seitiges Weissbuch zur Bildungspolitik in der Schweiz: Jahrelang wurde unser duales Berufsbildungssystem gelobt, doch laut dem Präsidenten der Arbeitsgruppe, Prof. Walther Zimmerli, wird dieses zum Auslaufmodell werden.

-> NZZ vom 01.09.2009: Roadmap der Bildungspolitik / Die duale Berufsbildung ist ein Auslaufmodell
-> BaZ vom 01.09.2009: Wie die Bildung im Jahre 2030 aussehen soll
-> 10 vor10 (SF) vom 31.08.2009: Kampf um junge Talente
-> Akademien der Wissenschaften Schweiz: Medienmitteilung

Dieser Punkt wird noch sehr intensiv diskutiert werden. Andere, begrüssenswerte Forderungen des Weissbuchs sind:

  • Zusammenführung aller Bildungsbereiche in einem Bundesdepartement;
  • höhere Gewichtung des nichtschulischen, informellen Lernens;
  • vermehrtes Erlernen von Kompetenzen anstelle von Aneignung von Wissen;
  • Einfordern von Spitzenleistungen von der Lehrerschaft bei gleichzeitiger Erhöhung der sozialen Wertschätzung des Berufsstands.

HarmoS quo vadis?

23. August 2009

Die gestrige NZZ blickt in einem Editorial unter dem Titel “Wie viel Harmonie erträgt die Schule?” zurück auf die schulpolitischen Diskussionen und Ereignisse der letzten Monate. Unter anderem fragt sich der Autor, warum die Stimmenden sich 2006 so klar für mehr Koordination zwischen den kantonalen Schulsystemen ausgesprochen haben:

“Was aber genau erhofften sie sich? Wohl schlicht, dass bei einem Umzug die Kinder an der neuen Schule im anderen Kanton leicht Anschluss finden.”

Dieser Punkt sollten wir bei der landesweiten Diskussion über HarmoS wieder vermehrt in den Vordergrund rücken.

Sowohl bei der Ausarbeitung des neuen Lehrplans für die Deutschschweiz (“Lehrplan 21“) als auch bei den anderen laufenden Bildungsreformen plädiert Herr Hagenbüchle für Zurückhaltung und Augenmass. Und schliesslich relativiert er, meiner Meinung nach zu Recht, die Bedeutung von Strukturen und Schulinhalten:

“Nicht der Stoff, sondern die Art seiner Vermittlung und die Gefühlskraft des Lehrers sind es, die ein Schülerleben prägen.”


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