Seit Wochen kann der Abstimmungkampf über HarmoS im Kanton BL nun verfolgt werden. Dabei wird auf beiden Seiten mit z.T. sonderbaren Argumenten gekämpft: Weder die heulenden Kinder, noch die drohende Bildungsinsel überzeugen wirklich. Bei nüchterner Betrachtung kommt man nämlich zum Schluss: Ob die Mehrheit nun JA oder NEIN stimmt, die in der HarmoS-Vorlage enthaltenen Änderungen der Bildungslandschaft kommen grösstenteils so oder so, je nach Abstimmungsergebnis halt etwas früher oder später.
Artikel 62 der Bundesverfassung ist sehr klar: „Kommt auf dem Koordinationsweg keine Harmonisierung des Schulwesens im Bereich des Schuleintrittsalters und der Schulpflicht, der Dauer und Ziele der Bildungsstufen und von deren Übergängen sowie der Anerkennung von Abschlüssen zustande, so erlässt der Bund die notwendigen Vorschriften.“ Da schon eine Mehrheit der Kantone dem HarmoS-Konkordat zugestimmt hat, ist nicht damit zu rechnen, dass der Bund anderslautende Vorschriften erlassen wird. Somit stellt sich für den Kanton BL höchstens die Frage, ob man von Anfang an dabei sein und den Umstellungsprozess aktiv gestalten will, oder ob man die Neuerungen später als die anderen Kantone auf Geheiss des Bundes einführen will. Letzteres ist vermutlich der teurere Weg.
Stimmen wir JA zu HarmoS – die Änderungen kommen so oder so. Und nachdem Basel-Stadt nach einem langen Irrweg nun endlich sein Schulsystem „normalisiert“, sollten diesmal nicht wir Baselbieter einer Angleichung der Nordwestschweizer Schulsysteme im Wege stehen.
Verfasst von Markus Eigenmann 



