Zweisprachige Maturität in Laufen und Porrentruy

19. November 2011

Mit einer breiten Medienkampagne lancierten das Regionale Gymnasium Laufental-Thierstein und das Lycée cantonal de Porrentruy diese Woche ein neues Angebot: Ab dem kommenden Schuljahr führen die beiden Gymnasien eine zweisprachige Klasse, welche zuerst zwei Jahre den Unterricht in Laufen besucht und danach für weitere zwei Jahre in Porrentruy zur Schule geht. Die Klasse soll je zur Hälfte aus französischsprachigen und deutschsprachigen Schülerinnen und Schülern bestehen. Sie erlangen nach insgesamt vier Jahren die eidgenössisch anerkannte zweisprachige Maturität, und dies erst noch ein halbes Jahr schneller als an den Baselbieter Gymnasien. Um dies zu erreichen, beginnt der Ausbildungsgang bereits im 9. Schuljahr.

Ich hatte diese Woche die Gelegenheit, am Informationsabend für das neue Angebot teilzunehmen. Die beiden Rektoren Isidor Huber (Laufen) und Pierre-Alain Cattin (Porrentruy) sind überzeugt von Ihrem Konzept und haben bei den Kantonen BL und JU lange dafür gekämpft. Dessen Stärke liegt insbesondere darin, dass beide Sprachgruppen in einer Klasse vertreten sind und dass zwangsläufig auch Freizeitaktivitäten in der jeweils anderen Sprachregion stattfinden. Nähere Details finden sich in der am Info-Abend gezeigten Präsentation sowie in der verteilten Broschüre:

Solche Initiativen sind sehr begrüssenswert, denn sie ergänzen das für den Fremdsprachenerwerb alles andere als ideale System mit isolierten Sprachlektionen. Auch in technischen Berufen werden aufgrund der wirtschaftlichen Globalisierung Sprachkenntnisse immer wichtiger: Englisch wird vorausgesetzt, und jede weitere Sprache ist von Vorteil. Wir haben in unserer Region die einmalige Chance, dass wir so nahe an der Sprachgrenze wohnen und arbeiten; mit dem Kanton Jura verbindet uns zudem eine direkte S-Bahn-Linie (die S3). Machen wir doch mehr aus der Mehrsprachigkeit der Schweiz!


Ja zur Neuordnung Schulrat!

12. November 2011

Am 27.11.2011 sind wir in Arlesheim nicht nur in kantonalen Angelegenheiten an die Urne gerufen, sondern haben auch über zwei Änderungen der Gemeindeordnung zu befinden. Während die Ablösung der ehemaligen Zivilschutzkommission in der Praxis längst schon umgesetzt ist, treten die von der Gemeindeversammlung beschlossenen Änderungen, welche den Schulrat betreffen, erst im Hinblick auf die bevorstehenden Gemeindewahlen in Kraft.

Einerseits regelt die neue Fassung der Gemeindeordnung das Wahlverfahren für die drei Arlesheimer Mitglieder im neuen Schulrat der gemeinsamen Sekundarschule Arlesheim-Münchenstein. Andererseits soll der Schulrat Arlesheim, welcher demnächst nur noch für Kindergarten und Primarschule zuständig sein wird, von 7 auf 5 Mitglieder verkleinert werden.

Ich empfehle Ihnen, liebe Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, den vorgeschlagenen Änderungen zuzustimmen. Die Zusammenführung der heute noch getrennten Sekundarschulen ist bis anhin sehr konstruktiv verlaufen, und der heutige Schulrat befürwortet ausdrücklich die Verkleinerung des Gremiums.

Markus Eigenmann, Schulrat


Kindergerechte Tagesstrukturen

6. November 2011

Eine interessante Debatte bahnt sich im Kanton Zürich an: Der Zugang zu internationalen Schulen soll aufgrund ihrer steigenden Popularität auch ausserhalb der Stammkundschaft eingeschränkt werden. Monika Bütler meint in der heutigen NZZaS (leider nicht online auffindbar), dass der Zulauf zu diesen Schulen nicht in erster Linie auf das pädagogische Konzept zurückzuführen sei, sondern insbesondere auf die integrierten Tagesstrukturen. Diese seien insgesamt kindergerechter als das in der Schweiz an vielen Orten gängige à-la-carte-System mit Blockzeiten an der Schule, Mittagstisch und Betreuung in Horten in der übrigen Zeit. Während die Kinder in diesem Modell in wechselnden Gruppen an verschiedenen Orten von zahlreichen Bezugspersonen im Rahmen von Angeboten von unterschiedlichen Trägerschaften betreut werden, kommt das System der internationalen Schulen eher “aus einem Guss” und sei bei einer ehrlichen Vollkostenrechnung vermutlich auch günstiger.

Die Nachfrage nach familienergänzender Betreuung wird nach heutigen Erkenntnissen weiter zunehmen, und folglich werden die entsprechenden Angebote auch ausgebaut werden. Wir sollten dabei darauf achten, dass keine weitere Verzettelung in organisatorischer und örtlicher Hinsicht stattfindet. In Arlesheim gibt es in dieser Hinsicht sicher noch Potential, allerdings auch heute schon viele positive Ansätze: Die Nähe von Sekundarschule und Jugendhaus sowie die personelle Konstellation haben dazu geführt, dass die beiden Organisationen mit unterschiedlicher Trägerschaft eng zusammenarbeiten. Im Primarschulalter befinden sich Schule und Mittagstisch zwar nicht am selben Standort, immerhin werden Mittagstisch sowie Nachmittagsbetreuung aber unter einheitlicher Trägerschaft und am selben Ort angeboten. Und beim Tageskindergarten, welchen die Gemeinde versuchsweise auf das nächste Schuljahr hin einführen wird, soll das Mittagessen am Kindergartenstandort stattfinden.


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