Aufgewärmte Kontroverse um die Basisstufe

Die BaZ hat uns gestern und heute (Artikel leider nicht online verfügbar) die bereits vor ein paar Wochen ausgebreitete Kontroverse um die Basisstufe in leicht umgeschriebener Form aufgetischt. Die Berichte über Gespräche mit Michael Winterhoff (contra) und Remo Largo (pro) beinhalten wenig Neues. Interessanter als aufgewärmte Expertendiskussionen wäre meines Erachtens eine Diskussion über die mögliche praktische Umsetzung einer Basisstufe in unserer Region. Mir stellen sich insbesondere folgende Fragen:

  • Wäre eine Basisstufe denkbar, welche die dezentralen Kindergartenstandorte weiternutzt?
  • Benötigt die Basisstufe unter dem Strich wirklich mehr Personal? Die individuellere Förderung der Kinder müsste ja dazu führen, dass viele spezielle Unterrichtsformen im Rahmen der neuen Basisstufe integriert werden. Dadurch würden Lehrpersonen, welche heute Einführungsklassen und spezielle Förderkurse unterrichten, für die Basisstufe zur Verfügung stehen.
  • Was wären die finanziellen Folgen einer Einführung für die Gemeinde Arlesheim?
  • Wie sind die Erfahrungen mit Kindern, welche die Basisstufe schneller durchlaufen? Ist die auf die Basisstufe folgende Schulstufe in der Lage, Klassen mit stärkerer Altersdurchmischung als heute aufzunehmen? Werden Kinder, welche wesentlich jünger sind als ihre Klassenkameraden, später nicht auf der sozialen Ebene überfordert?

3 Antworten zu Aufgewärmte Kontroverse um die Basisstufe

  1. Markus Eigenmann sagt:

    Nachtrag: Die heutige BaZ berichtet – leider auch wieder nur in der gedruckten Ausgabe – über eine Schule in Rapperswil, wo heute schon Kindergarten und erste Klasse gemeinsam geführt werden. Solche Berichte aus dem Schulzimmer sind für die Meinungsbildung in der Nordwestschweiz wichtig, sonst bleibt die Basisstufe ein abstraktes Gebilde.

  2. Markus Eigenmann sagt:

    Und auch in der heutigen Ausgabe der BaZ wird dem Thema eine ganze Seite eingeräumt: In einem Interview kreuzen Kathrin Nadler (pädagogosche Sekretärin des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands) sowie Bea Fünfschilling (Präsidentin des Lehrerinnen- und Lehrervereins Baselland) die Klingen.
    Einmal mehr staune ich über die Aussagen von Frau Fünfschilling:
    „Der Kernauftrag der Schule ist die Wissensvermittlung.“ – Ich frage mich da: Soll es an unseren Schulen wirklich nur um reine Wissensvermittlung gehen?
    „Die Tatsache, dass mit uns darüber…“ (über die Anstellungsbedingungen der Lehrer) „… nie gesprochen wurde und die Lehrpersonen nicht wissen, ob die geforderten Leistungen innerhalb des Berufsauftrags zu leisten sind, ist aus unserer Sicht der Killer des ganzen Projekts.“ – Mit ein wenig gutem Willen auf beiden Seiten wären diese „Killer“ wahrscheinlich zu beseitigen.
    Schliesslich gibt Frau Fünfschilling zu, noch nie eine Basisstufenversuchsklasse besucht zu haben. Auch die Zwischenberichte über die Basisstufenversuche habe sie nicht „im Detail“ gelesen, kenne aber die Resultate. Welche der beiden Damen auf mich den in der Sache kompetenteren Eindruck hinterlassen hat, brauche ich wohl nicht auszuführen.

  3. Markus Eigenmann sagt:

    Interessant ist die kürzlich veröffentlichte Vernehmlassung der Amtlichen Kantonalkonferenz der Baselbieter Lehrerinnen und Lehrer: http://www.akkbl.ch/TEXTE/DV_6/Antwort.pdf
    Abweichend vom Lehrerinnen- und Lehrerverband begrüsst die Kantonalkonferenz den Beitritt zu HarmoS; die Volksentscheide im Aargau sind allerdings in der Vernehmlassung nicht berücksichtigt worden.

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