An unserem ersten Stammtisch haben sich Schulrätinnen, Schulleitungen, Lehrpersonen, Politikerinnen und Politiker sowie Eltern über Ihre Vorstellungen zur Rolle der Erziehungsberechtigten in der Schule ausgetauscht. In einer kurzen Einführung erläuterte Simon Esslinger, Schulleiter der Sekundarschule Arlesheim, wie das neue Leitbild der Sekundarschule durch die Lehrerschaft in kurzer Zeit erarbeitet worden ist. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen: Derzeit wird an der Definition von Indikatoren gearbeitet, welche eine Aussage zulassen, ob und wie dem Leitbild in der Praxis auch nachgelebt wird.
In der anschliessenden Diskussion wurde der Leitsatz “Wir binden die Erziehungsberechtigten in die Verantwortung ein” von verschiedenen Seiten beleuchtet. Einige Kernaussagen waren:
- Die Öffentlichkeitsarbeit ist auch bei unseren staatlichen Schulen eminent wichtig, und es besteht Handlungsbedarf.
- Die Ressourcen der Schulleitungen sind limitiert und werden generell als zu gering eingestuft. Der Sekundarschule Arlesheim stehen 110 Stellenprozente für Schulleitung, 40 Stellenprozente für Sekretariat und 40 Stellenprozente für Schulsozialarbeit zur Verfügung; die Schulleitung führt ca. 50 Mitarbeitende. Ob und in welcher Form die Eltern hier einen Beitrag leisten können, wurde nicht abschliessend diskutiert.
- Alle Eltern sind auch einmal zur Schule gegangen und meinen zu wissen, wie die Schule zu funktionieren hat. Eine Schule wird häufig dann als gut angesehen, wenn die Eltern zufrieden sind. In diesem Zusammenhang spielt die Einstufung in die verschiedenen Sekundarschulniveaus eine herausragende (und manchmal auch problematische) Rolle.
- Auf Kindergarten- und Primarschulstufe sind die Eltern aufgrund des Alters der Kinder relativ stark in die Schulaktivitäten einbezogen; auf der Sekundarschulstufe nimmt das stark ab. Viele Eltern wollen oder können sich nicht aktiv beteiligen, und wenn schon, dann zugunsten des eigenen Kindes und dessen Klasse, und nicht zugunsten der allgemeinen Schulentwicklung. Den wenigen, welche das wollen und können, soll von der Schule dazu jedoch die Möglichkeit geboten werden.
- In Bezug auf die Qualitätsentwicklung findet derzeit in den Schulen ein Kulturwandel statt. Instrumente wie Mitarbeitergespräche und Feedbacks von Eltern, Schülern und Kolleginnen sind unterschiedlich weit etabliert. Systematische Auswertungen, welche Trends in der Qualitätsentwicklung erkennen lassen, sind ein wichtiges Ziel, aber noch nicht sehr verbreitet.
- Warum muss das Rad immer wieder neu erfunden werden? Haben andere Schulen, z.B. in Nachbargemeinden, nicht bereits das eine oder andere erfolgreich umgesetzt? Jede Schule ist anders, jedes Kollegium unterschiedlich zusammengesetzt.
- Wichtig ist es, nebst den offiziellen Kanälen auch niederschwellige Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Schule und Erziehungsberechtigten zu schaffen. Es ist wichtig, dass der Kontakt nicht nur im Falle von Problemen hergestellt wird. Auch positive Feedbacks von Eltern sind für die Lehrpersonen wichtig.
Falls Sie keine Gelegenheit hatten, selber an unserem Stammtisch teilzunehmen, sind Ihre Beiträge natürlich auch als Kommentare zu diesem Artikel willkommen!
Verfasst von Markus Eigenmann 











