Schulhaus Gerenmatte 2: Erst planen, dann sanieren

Wochenblatt vom 30. Oktober 2008:

Das Schulhaus Gerenmatte 2 befindet sich in einem schlechten Zustand und muss saniert werden. Deshalb beantragt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung vom 13. November einen Kredit über rund neun Millionen Franken. Diese Vorlage, die auf den ersten Blick einleuchtend erscheint, wirft bei genauerem Hinsehen verschiedene Fragen auf: Wie konnte es überhaupt soweit kommen, dass dieses Schulhaus nur noch mit einer Totalsanierung gerettet werden kann? Warum hat die Gemeinde in der Vergangenheit die notwendigen Investitionen zur Erhaltung des „G2“ unterlassen, obschon der (ehemalige) Schulrat während Jahren auf eine Sanierung gedrängt hatte?

Vor allem aber fragen wir uns, warum gerade jetzt eine Sanierung erfolgen soll; jetzt, wo in der Bildungslandschaft gleich mehrere Entwicklungen im Gange sind, deren Ausgang sich massgeblich auf die Schulraumplanung in Arlesheim auswirken wird: Kommt mit HarmoS ein 6. Primarschuljahr und die Basisstufe für Kindergarten und Primarschule? Wird der Bildungsraum Nordwestschweiz Realität? Wird die freie Schulwahl die Karten für alle Schulen neu mischen? Und – für Arlesheim vielleicht die entscheidende Frage – wird Arlesheim Sekundarschulstandort bleiben?

Arlesheimer Kinder, Jugendliche, Lehrpersonen und Schulleitungen haben es verdient, dass ihre Schule im Einklang mit der künftigen Entwicklung saniert wird. Warum also nicht Schritt für Schritt vorgehen und zuerst planen und dann sanieren?

 

Sibylle von Heydebrand und Balz Stückelberger

2 Antworten zu Schulhaus Gerenmatte 2: Erst planen, dann sanieren

  1. Markus Eigenmann sagt:

    Die Vergangenheit interessiert mich in dieser Angelegenheit weniger. Eine Rolle hat sicher das Gerangel zwischen Gemeinden und Kanton bezüglich der Übernahme der Sekundarschulhäuser gespielt.
    Wichtiger erscheint mir, dass wir das viele Geld – andernorts wird für die Hälfte des Betrags ein komplett neues Gemeindezentrum realisisert – wenn schon möglichst sinnvoll ausgeben. Was hier entsteht, soll schliesslich wieder mindestens 30 Jahre Bestand haben.
    Wir dürfen wahrscheinlich davon ausgehen, die Initiative über die freie Schulwahl abgelehnt und dass Harmos und damit ein 6. Primarschuljahr in unserem Kanton eingeführt wird. Der Entscheid über Standort(e) der Sekundarschule steht noch aus. Interessieren würde mich, ob bei einer allfälligen Einführung der Basisstufe diese zentralisiert würde oder ob die dezentralen Kindergartenstandorte in der einen oder anderen Form weiterbenützt werden könnten. In Dornach kann man die Auswirkungen einer örtlichen Zentralisierung der Kindergärten heute schon täglich sehen. Und weiter: Was geschieht eigentlich mit dem Turnhallengebäude neben dem G2? Ist das nicht zur selben Zeit gebaut worden und damit ebenso erdbebengefährdet und asbestbelastet wie das Schulhaus? Im Finanzplan ist eine Sanierung erst für 2013 vorgesehen.
    Es gibt durchaus noch Fragen, die vor der Genehmigung eines Kredits dieser Grössenordnung beantwortet werden müssen. Der Sanierungsbedarf ist unbestritten, und eine weitere längere Planungsphase ist zu vermeiden – aber wir müssen sicher sein, dass die gewählte Lösung wirklich auf die künftigen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

  2. [...] bei der Vorlage, die in der heutigen-BaZ (pdf, 512 KB) erneut ein Thema ist, sind einfach zu viele Fragen offen. Daran ändert auch das eilig nachgeschobene Frage/Antwort-Spiel der Gemeinde nichts, mit dem [...]

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