Schulhaus Gerenmatte 2: Erst planen, dann sanieren

30. Oktober 2008

Wochenblatt vom 30. Oktober 2008:

Das Schulhaus Gerenmatte 2 befindet sich in einem schlechten Zustand und muss saniert werden. Deshalb beantragt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung vom 13. November einen Kredit über rund neun Millionen Franken. Diese Vorlage, die auf den ersten Blick einleuchtend erscheint, wirft bei genauerem Hinsehen verschiedene Fragen auf: Wie konnte es überhaupt soweit kommen, dass dieses Schulhaus nur noch mit einer Totalsanierung gerettet werden kann? Warum hat die Gemeinde in der Vergangenheit die notwendigen Investitionen zur Erhaltung des „G2“ unterlassen, obschon der (ehemalige) Schulrat während Jahren auf eine Sanierung gedrängt hatte?

Vor allem aber fragen wir uns, warum gerade jetzt eine Sanierung erfolgen soll; jetzt, wo in der Bildungslandschaft gleich mehrere Entwicklungen im Gange sind, deren Ausgang sich massgeblich auf die Schulraumplanung in Arlesheim auswirken wird: Kommt mit HarmoS ein 6. Primarschuljahr und die Basisstufe für Kindergarten und Primarschule? Wird der Bildungsraum Nordwestschweiz Realität? Wird die freie Schulwahl die Karten für alle Schulen neu mischen? Und – für Arlesheim vielleicht die entscheidende Frage – wird Arlesheim Sekundarschulstandort bleiben?

Arlesheimer Kinder, Jugendliche, Lehrpersonen und Schulleitungen haben es verdient, dass ihre Schule im Einklang mit der künftigen Entwicklung saniert wird. Warum also nicht Schritt für Schritt vorgehen und zuerst planen und dann sanieren?

 

Sibylle von Heydebrand und Balz Stückelberger


Motivation für die Schule kommt nicht von alleine

29. Oktober 2008

In seinem 2007 erschienen Buch „Lob der Schule, sieben Perspektiven für Schüler, Lehrer und Eltern“ fordert der Mediziner Joachim Bauer eine „Neurobiologie*) der Schule“. Er beschreibt, wie das Projekt Schule gelingen kann, indem die in jedem Menschen neurobiologisch verankerte Freude am Lernen, Kooperation und das Interesse am konstruktiven Miteinander in den täglichen Schulbetrieb einfliessen.

“Nichts kommt von alleine, auch Motivation nicht”

sagt Bauer und beschreibt die Entdeckung der neurobiologischen Zentren, die für Lebenswillen, Energie, Motivation und Lust an Leistung sorgen. Indem das Gehirn unter bestimmten Voraussetzungen einen Cocktail von Botenstoffen (Dopamin, Opioide und Oxytozin) ausschüttet, wird das Motivationssystem in Gang gesetzt. Welche Bedingungen müssen nun bei Schülern, Lehrern und Eltern vorliegen, damit bei Kindern und Jugendlichen der Körper vom Gehirn mit dem Motivationscocktail versorgt und so ihre Motivation aufgebaut wird? Der Organismus Schule kann nur gelingen, wenn alle drei Mitspieler – Schüler, Eltern und Lehrer – zusammenarbeiten. Bauer zeigt auch auf, dass die Weichenstellung für die Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen nicht nur in der Schule, sondern vor allem auch ausserhalb gestellt werden:

„Bildung beginnt mit dem ersten Lebenstag“.

Bauers Perspektiven sind einleuchtend und distanzieren sich in erfrischender Weise von der modisch gewordenen Lehrerschelte und vom Trend zum Ausbau von Bürokratie im Schulleben. Fazit: empfehlenswerte Lektüre für Lehrer, Eltern und Schulpolitiker.

Joachim Bauer, Lob der Schule, sieben Perspektiven für Schüler, Lehrer und Eltern, Hoffmann und Campe, 2007. ISBN 978-3-455-50032-5

*) Neurobiologie kann als Hirnforschung bezeichnet werden. Sie untersucht das Funktionieren und die Entwicklung des Nervensystems sowie die Mechanismen, wie wir uns unserer Umwelt anpassen.


Kinderkonferenz 2008: Wünsche an die Gemeinde

25. Oktober 2008

«Partizipation – Kinder reden mit!», so lautet das Thema der 11. Schweizerischen Kinderkonferenz, die vom 12. bis 15. November in Freiburg i.Ue. statt findet. Die Kinderkonferenz wird von der Kinderlobby organisiert und ermöglicht 50 Kindern und Jugendlichen (9 bis 15-jährig) aus der ganzen Schweiz ihre Anliegen, Wünsche, Meinungen und Rechte zu diskutieren:

Was wünschen sich die Kinder am meisten in ihrer Gemeinde? Ein Kinderparlament? Mitsprache wenn es um den Pausenplatz geht? Und wie geht man vor, damit es Wirklichkeit wird?

 

An der Kinderkonferenz werden Antworten gesucht. Die Ergebnisse werden in einem Schlussbericht veröffentlicht und Politikern und Medien präsentiert. – treffpunkt-schule.net bleibt dran.

 


Infoabend zu Internet, Handy & Co.

23. Oktober 2008


Medienkompetenz – Eltern stärken

23. Oktober 2008

Pro Familia Schweiz organisiert am 5. November 2008 in Solothurn eine Fachtagung zum Thema Medienkompetenz. Die Tagung will Eltern bei der Integration der Medien in den Alltag ihrer Kinder unterstützen:

Kinder stehen schon sehr jung im Kontakt mit verschiedenen Arten von Medien, und Eltern möchten die Entwicklung ihrer Kinder begleiten, auch wenn die Medienerziehung heute zum Schulstoff gehört. Kinder und Jugendliche spielen und verbringen zunehmend mehr Zeit online. Ausserdem erwarten Lehrer und Lehrerinnen, dass sie für Recherchen das Internet nutzen – wodurch sie sich in einer Welt ohne Kontrollen bewegen.

 

Programm und Anmeldeformular (Anmeldung bis am 27. Oktober 2008)

 

 


Freie Schulwahl: Abstimmung am 30.11.2008

21. Oktober 2008

Am 30. November 2008 stimmt der Kanton Baselland als erster Kanton in der Schweiz über die Volksinitiative der elternlobby „Ja, Bildungsvielfalt für alle“ ab.

Die Initiative will folgendes erreichen:

  • Alle Kinder sollen Zugang zum gesamten staatlich anerkannten Bildungsangebot haben, ohne finanzielle, religiöse und ethnische Einschränkung, damit sie optimal nach ihren individuellen Fähigkeiten und Begabungen gefördert und gebildet werden können.
  • Alle Eltern sollen unabhängig von Einkommen und Status innerhalb der einzelnen Staatsschulen und den vom Staat anerkannten und beaufsichtigten nichtstaatlichen Schulen wählen können.
  • Finanzierung: Alle vom Staat anerkannten nichtstaatlichen Schulen sollen von der Öffentlichkeit mit Pro-Kind-Pauschalen finanziert werden. Diese Pauschalen sollen den Durchschnittskosten der Staatsschule entsprechen. Privatschulen, die nicht offen zugänglich für alle Kinder sind oder die sich nicht mit der Pro-Kind-Pauschale begnügen, sollen nicht in den Genuss dieser Finanzierung kommen.

treffpunkt-schule.net empfiehlt folgende Podiumsveranstaltungen, an denen jeweils Befürworter und Gegner der Schulwahl-Initiative diskutieren:


Donnerstag, 23. Oktober 2008
, 20 Uhr: Gemeindezentrum Bubendorf

Thomas de Courten Landrat SVP, Pia Amacher Präsidentin elternlobby.ch, Eva Chappuis Landrätin SP, Christine Mangold Landrätin FDP

organisiert von der FDP


Montag, 27. Oktober 2008
, 8.45 – 10.15 Uhr: Gymnasium Oberwil

Urs Wüthrich Regierungsrat SP, Sabrina Mohn Präsidentin JCVP, Pia Amacher Präsidentin elternlobby.ch, Thomas de Courten Landrat SVP; Daniel Hering Lehrer RSS

organisiert vom Jugendrat


Dienstag, 28. Oktober 2008
, 19.30 Uhr, Gemeindehaus Reinach

Anet Spengler Nef SP, Pia Amacher Präsidentin elternlobby.ch, Susanne Leutenegger Oberholzer Nationalrätin SP, Stefan Berger Landrat CVP

organisiert von verschiedenen Parteien


Freitag, 31. Oktober 2008
, 20 Uhr, Aula Schulhaus Burggarten, Bottmingen

Pia Amacher, Präsidentin elternlobby.ch, Urs Wüthrich SP, Regierungsrat BL, Bea Fünfschilling, Landrätin FDP, Dr. Gerhard Pfister, CVP Präsident Verband Schweizerischer Privatschulen, Natioanlrat CVP, PD Dr. Urs Moser, Geschäftsführer Institut Bildungsevaluation Uni Zürich, Moderation: Dr. Werner Ettlin, Gemeinderat FDP

organisiert von der FDP Bottmingen

 

In der heutigen BaZ nehmen Befürworter und Gegner Stellung zu den zehn wichtigsten Fragen.


Der Bildungsmontag

20. Oktober 2008

Heute ist aus irgendeinem Grund die Bildung ein Schwerpunktthema für die gedruckte Presse – in die öffentlich zugänglichen Online-Ausgaben der Zeitungen haben es die folgenden Beiträge leider nicht geschafft. Ob es da für Bildungsthemen keinen Platz hat?

“Sag mir, wo die Lehrer sind”

Die BaZ (S. 29) geht der Frage nach, warum immer weniger Männer den Lehrerberuf wählen (und ihm treu bleiben). Verschiedene Experten verneinen dabei, dass das Geschlecht der Lehrpersonen einen direkten Einfluss darauf hat, dass Buben statistisch gesehen mehr Probleme in der Schule haben als Mädchen.

“Was ist los mit der Volksschule?”

In der Beilage “Bildung und Erziehung” der NZZ werden zehn Thesen zur Volksschule vorgestellt, welche kürzlich die Interessengemeinschaft Kindgerechte Schule (A. Guggenbühl, R. Largo, F. Osterwalder, U. Kalberer) veröffentlicht hat. Jede der Thesen wäre es wert, hier in einem separaten Beitrag diskutiert zu werden – die eine oder andere werden wir aufgreifen.


8 wie Achterbahn

20. Oktober 2008

Das Forumtheater “8 wie Achterbahn” ist eine szenische Fahrt zum Thema Erziehung. Das Theater gibt Einblick in den Erziehungs- und Beziehungsalltag von drei Familien. Sie wohnen im selben Haus und teilen sich eine Waschküche. Nach und nach wird sichtbar, dass es noch andere Gemeinsamkeiten gibt.

Szenenbild aus “8 wie Achterbahn”

Für alle Eltern und am Thema Interessierte. Anschliessend lädt die Elternbildung Baselland zu einem Apéro.

Wann? Am Freitag, 24. Oktober 2008 um 19.30 bis ca. 21.30 Uhr

Wo? Im Gewölbekeller des Gemeindezentrums in Reinach, Hauptstrasse 10.

Kosten: keine


Auswirkungen der Finanzkrise auf die Berufswahl

19. Oktober 2008

In der heutigen NZZ am Sonntag findet sich ein Kommentar (S. 23; leider nicht online verfügbar) über den Zusammenhang zwischen den bisher üblichen Lohnsystemen der Banken und der Berufswahl. In der Tat war es für unsere Unternehmen in den letzten Jahren äusserst schwierig, dringend benötigte Ingenieure zu finden; auch von einem Ärztemangel wurde schon mehrfach gesprochen. Die besseren Verdienstmöglichkeiten in der Finanzbranche mögen ein Grund dafür sein. Wo die vielen in Finanzwissenschaften Ausgebildeten künftig arbeiten werden, wird sich weisen – ein Privatbanquier spricht in einem anderen Beitrag derselben Zeitung von einem notwendigen Schrumpfen der Finanzbranche um ein Drittel.

Die gegenwärtige Finanzkrise wird auch positive Auswirkungen haben. So wird sich die Attraktivität von Berufsbildern im Finanzsektor wieder auf einem vernünftigen Niveau einpendeln.


Unsere vier Grundpfeiler

16. Oktober 2008

Ziel von treffpunkt-schule.net ist es, die Qualität von Schule und Bildung für Arlesheimer Kinder und Jugendliche zu fördern. Dieses Ziel setzen wir mit vier Grundpfeilern um:

Erstens tauschen wir uns an einem reellen Stammtisch aus, wo wir einerseits konkrete Themen diskutieren und andererseits Anliegen der Stammtischler aufnehmen.

Zweitens informieren wir auf unserer neuen Website treffpunkt-schule.net über Aktuelles aus der Schullandschaft und diskutieren alles, was unsere Schule verbessern könnte.

Unser dritter Pfeiler bilden Veranstaltungen, die wir für Stammtischler und Neugierige organisieren. Lassen Sie sich überraschen!

Mittelfristig bauen wir an unserem vierten Pfeiler: einer Anlaufstelle für Fragen rund um die Schule.


Der erste Stammtisch findet am Montag, 17. November 2008, um 20 Uhr im Gasthaus zum Stärne statt.
Weitere Informationen folgen.

 


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